CBD – Cannabidiol – Ratgeber – Infos – Tipps

CBD hat im Gegensatz zu THC keine psychoaktive Wirkung. Cannabidiol wird zunehmend bei allen Krankheiten eingesetzt. CBD-Öle sollen entspannend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und angstlösend wirken.

CBD Öl Cannabidiol

CBD Produkte boomen weltweit. Cannabidiol kann medizinisch vielfältig eingesetzt werden. Weltweit laufen Studien zum Thema CBD. Auch die WHO hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und bewertet CBD als nicht gefhrlich. Im Gegenteil, zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier werden angenommen.
In unserem Ratgeber erhältst du viele Infos und Tipps.

 

Was ist CBD?

Cannabidiol, kurz CBD, ist neben Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) das am zweithäufigsten vorkommende Phytocannabinoid in der Hanfpflanze (Cannabis). Cannabinoide sind chemische Transformationsprodukte, die hauptsächlich in der Cannabispflanze (Cannabis sativa bzw. Cannabis indica) entdeckt wurden. Auch andere Gewächse produzieren ebenfalls Phytocannabinoide, jedoch nicht im gleichen Ausmaß wie die Hanfpflanze. Die Forschung hat mittlerweile Hunderte von Verbindungen aus der Cannabispflanze isoliert, mindestens 113 davon sind Cannabinoide. Mindestens 70 davon wurden bisher gut erforscht. Weitere Erkenntnisse über mögliche, gesundheitsfördernde Wirkungen von Cannabinoiden und ihrem Potenzial für die Behandlung zahlreicher Erkrankungen hängen jedoch von zukünftigen vertiefenden Studien und Analysen ab. Neben den bekanntesten Cannabinoiden THC und CBD sind weitere wichtige Cannabinoide:

  1. Tetrahydrocannabinolsäure (THCA)
  2. Tetrahydrocannabivarin (THCV)
  3. Cannabidiolsäure (CBDA)
  4. Cannabidivarin (CBDV)
  5. Cannabichromen (CBC)
  6. Cannabinol (CBN)

Der psychoaktive bzw. berauschende Inhaltsstoff von Cannabis ist das Tetrahydrocannabiol (THC), dieser bindet zur Aktivitätsentfaltung an den CB1 oder CB2-Rezeptor im Endocannabinoidsystem des menschlichen Körpers an. CBD ist im Unterschied zum THC nicht psychoaktiv. Bisher ging die Wissenschaft auch davon aus, das CBD der psychoaktiven Wirkung von THC entgegenwirken kann. Doch eine jüngst durchgeführte Studie widerlegt diese Annahme. Die Teilnehmer der Studie bestand zur Hälfte aus regelmäßigen Cannabiskonsumenten und zur Hälfte aus Personen mit seltenem Konsumverhalten. Verabreicht wurden im Verlauf von fünf Wochen, entweder wirkstofffreie Placebos, nur THC, nur CBD oder eine Mischung aus THC und CBD. Der CBD-Gehalt in den einzelnen Dosierungen variierte dabei von 4 Milligramm in der niedrigen bis zu 400 Milligramm in der höchsten Dosis. Die Ergebnisse waren überraschend. CBD in hohen Dosen war psychoaktiv! Die Rauschwirkung war zwar weniger stark als bei THC, aber eindeutig vorhanden. Auch die Kombination aus THC und CBD ergab eine unerwartete Überraschung. Im Unterschied zu den regelmäßigen Konsumenten wirkte bei den Versuchspersonen mit geringem Cannabiskonsum eine Mischung von 8 Milligramm THC mit einer niedrigen Dosis CBD stärker als THC allein. Eine hohe Dosis CBD hingegen hat die Wirkung von THC, so wie erwartet deutlich abgeschwächt. Das Fazit der Wissenschaftler lautet daher: CBD wirkt verstärkend bei niedriger und dämpfend bei hoher Dosierung.

Geschichtliches zur Entdeckung von CBD

Bereits vor 12.000 Jahren nutzten Menschen in China und Persien die Hanfpflanze für vielfältige Zwecke. Hanf gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Die einzelnen Bestandteile der Pflanze (Fasern, Samen, Blätter, Blüten) wurden zur Herstellung zahlreicher Produkte (z. B. Kleidung, Verbandsstoffe, Seile, Segel und Takelagen für Schiffe, etc.) sowie als Nahrungs- und Heilmittel benutzt. In China wurde Hanf schon seit Langem auch als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und Schmerzen eingesetzt. Auch in anderen antiken Hochkulturen wie Indien, Griechenland und Ägypten kannte man die heilsamen Wirkungen der Pflanze. Im 13. Jahrhundert kam über Spanien ein weiterer wichtiger Verwendungszweck von Hanf nach Europa: die Papierherstellung. Papier war bis dahin ein äußerst kostbarer seltener Stoff gewesen.

Neben der Verwendung als Rohstoff für die Textil- und Papierherstellung, darf natürlich nicht die Bedeutung von Hanf in der Antike als Rauschmittel vergessen werden. In Indien wurde Cannabis z. B. für kultische Zwecke verwendet. Die Blätter der weiblichen Pflanze werden getrocknet und als Marihuana geraucht. Alternativ kann Cannabis auch als Haschisch (aus dem Harz der Blütenstände), seltener als Haschischöl (konzentrierter Auszug des Cannabis-Harzes) konsumiert werden. Die Rauschwirkung von Cannabis wurde in Europa erst im 19. Jahrhundert bekannt und ist mittlerweile neben dem Alkohol die am meisten konsumierte Rauschdroge.

Die Geschichte der Cannabinoide beginnt in den 60er Jahren unseres Jahrhunderts, als der israelische Chemiker Raphael Mechoulam damit begann die Wirkstoffe der Hanfpflanze näher zu erforschen. Er entdeckte schließlich die psychoaktive Substanz THC und wenig später auch die nicht-psychoaktive Substanz CBD. So zumindest steht es in allen Lehr- und Fachbüchern. Tatsächlich soll es aber der amerikanische Chemiker Roger Adams gewesen sein, der THC erstmalig in den 1940er Jahren aus der Hanfpflanze isolierte.

Die Geschichte liest sich folgendermaßen: Cannabis wurde aufgrund seiner rauscherzeugenden Wirkung in den USA im Rahmen des Marihuana Tax Act von 1937 offiziell für illegal erklärt. Um die für die bewusstseinsverändernde Wirkung verantwortlichen Stoffe zu identifizieren, wurde von der US Prohibitionsbehörde der bei der Behörde beschäftigte Chemiker Siegfried Loewe beauftragt. Dieser gab die Aufgabe aus Zeitmangel an seinen Chemiker-Freund Roger Adams weiter. Adams führte in Folge etwa 20 verschiedene Experimente mit Cannabis durch und schließlich gelang ihm die Isolierung und Identifizierung von THC als psychoaktiven Wirkstoff in Cannabis. Nur wenig später gelang ihm auch die Isolierung und Identifizierung von CBD als nicht psychoaktiven Wirkstoff der Cannabispflanze. So viel zur Geschichte von CBD.

Wie wird CBD hergestellt?

Cannabidiol wird üblicherweise durch Destillation gewonnen (=thermisches Trennverfahren, um verdampfe Flüssigkeiten zu gewinnen). Um Cannabinoide aus der Hanfpflanze zu extrahieren gibt es unterschiedliche Methoden, teils auch geeignet für den Hausgebrauch:

  • Ölextraktion: bei dieser Methode wird rohes Pflanzenmaterial in Olivenöl bei 100 Grad für ca. 1-2 Stunden gekocht. Das Olivenöl extrahiert und löst dabei das CBD aus dem Hanf. So erhält man ein sofort verwendbares Cannabinoid Öl. Der Nachteil bei diesem Verfahren ist die geringe Ausbeute und schnelle Verderblichkeit.
  • Lösungsmittelextraktion: Bei dieser Methode wird anstatt Öl ein anderes Lösungsmittel wie Alkohol, Ethanol oder Butan verwendet. Auch hier gibt man das pflanzliche Rohmaterial zum Extrahieren des, CBDS in das jeweilige Lösungsmittel und erhitzt das Gemisch solange, bis alle Flüssigkeit verdampft ist und nur der Extrakt übrig bleibt. Der Nachteil von diesem Verfahren ist, das zusammen mit dem CBD auch das Chlorophyll aus der Pflanze extrahiert wird. Das Endprodukt ist damit unrein und möglicherweise auch noch ungesund.
  • Trockeneisextraktion: Das pflanzliche Rohmaterial wird mit Trockeneis gemischt. Dabei gefriert auf den Hanfpflanzen befindliches Pflanzenharz. Anschließend lässt sich das CBD-haltige Harz abschütteln. Der Ertrag ist bei diesem Verfahren etwas höher als bei den beiden anderen, doch die hieraus erzeugten Öle sind nicht von besonders guter Qualität.

Um qualitativ hochwertiges und besonders reines CBD zu gewinnen, ist die sogenannte überkritische CO2-Extraktion am besten. Durch die hohe Fließfähigkeit von überkritischem CO2 dringt es in kleinste Poren einer Substanz ein und löst die gewünschten Stoffe aus dem Rohmaterial. Da diese Methode aber sehr teuer ist und auch entsprechendes Fachwissen erfordert, wird sie üblicherweise nur von professionellen Herstellern angewendet.

Das Verfahren besteht aus drei wesentlichen Schritten: Extraktion, Separation und Kondensation. Dafür werden aufwendige Anlagen mit speziellen Hochdruck-Pumpen benötigt, die den Druck nicht nur erzeugen, sondern auch aufrechterhalten können. Das rohe Hanf-Pflanzenmaterial wird in die Extraktionskammer gefüllt. In einer zweiten separaten Kammer wird Kohlendioxid (CO2) auf etwa -56 °C abgekühlt und der Druck auf 5 Bar erhöht. Das CO2 gerät dadurch in einen fluiden Zustand. In diesem sogenannten überkritischen Aggregatzustand hat CO2 sowohl die Eigenschaften einer Flüssigkeit als auch die Eigenschaften von einem Gas. Dadurch wird eine Wirkung erzeugt, die einem Lösungsmittel nahekommt. Dann wird das überkritische CO2 in die Extraktionskammer geleitet, wo es Cannabinoide und Terpene aus dem Hanf extrahiert, ohne die Verbindungen zu denaturieren oder deren Eigenschaften zu verfälschen. Anschließend wandert alles in einen Separator, wo die extrahierten Stoffe vom CO2 separiert werden. Dann werden die Stoffe in einen Sammelbehälter geleitet, während überkritische CO2 in einem Kondensator durch Absenken des Drucks wieder in seinen ursprünglichen Gaszustand zurückversetzt wird. Es wird recycelt und dann erneut verwendet werden. Der gesamte Prozess funktioniert mit einem hermetisch abgeriegelten, geschlossenen Regelkreis. Dem CBD Extrakt wird abschließend noch ein geeignetes Öl (z. B. Hanföl) hinzugefügt. Um die Reinheit des Endprodukts nochmals zu erhöhen, wenden einige Unternehmen ein weiteres Verfahren an: die sogenannte Winterisierung. Damit ist eine Alkoholwäsche des CBD Extrakts gemeint. Hanf hat eine Cuticulawachs genannte, fetthaltige äußere Lipidschicht, die der Pflanzenoberfläche etwas Glanz verleiht. Das Cuticulawachs wird bei der überkritischen CO2-Extraktion nicht vollständig entfernt. Das gelingt jedoch mit der Winterisierung. Das mit Alkohol getränkte CBD wird eingefroren, die Wachse kristallisieren aus und können abfiltriert werden. Dieser Schritt ermöglicht eine vollständige Abtrennung noch vorhandener Wachse.

Eine andere Maßnahme, um die Qualität insbesondere der Öle zu erhöhen, ist die Decarboxylierung. Dazu kann man entweder das Rohpflanzenmaterial bereits vor der Extraktion oder aber das Öl decarboxylieren. Die Decarboxylierung ist ein chemischer Prozess, der durch Erhitzen eingeleitet wird. Die dadurch erzeugte chemische Reaktion aktiviert viele Verbindungen in der Hanfpflanze und sorgt dafür das sich die pharmakologischen Wirkungen von CBD vollständig entfalten können. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Cannabinoide in der Hanfpflanze überwiegend als sogenannte Carboxylsäuren vorliegen. Durch die Erhitzung wird ein Kohlendioxid-Molekül von der CBD-Carboxylsäure (CBDA) abgespalten, wodurch sich diese in phenolisches CBD umwandelt. Nur das phenolische CBD hat die gewollten pharmakologischen Wirkungen.

CBD im menschlichen Körper – das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System

Endocannabinoide sind Cannabis-ähnliche Substanzen, die an die gleichen Rezeptoren im Gehirn binden wie Cannabis. Unser Körper kann diese Substanzen selbst  produzieren. Die Cannabinoide schtzen deinen Körper vor übermßigen Stress.  Das Endocannabinoid-System (ECS) wurde 1992 durch ein Forschungsteam des National Institute of Mental Health (NIMH, Bethesda, Maryland/USA) entdeckt. 

Wirkungsweise von CBD im menschlichen Körper?

Der Schlüssel zum Begreifen der Wirkungsweise von Cannabinoiden im menschlichen Körper, heißt körpereigenes Endocannabinoid-System (ECS). Dabei handelt es sich um einen Teil des menschlichen Nervensystems. ECS wurde im Jahr 1992 durch ein Forschungsteam des National Institute of Mental Health (NIMH), dem auch der bereits erwähnte israelische Wissenschaftler Raphael Mechoul angehörte, entdeckt. Das menschliche Endocannabinoid-System (ECS) besteht aus zwei primären Zellrezeptoren, den sogenannten CB1- und CB2-Rezeptoren. Die meisten exogenen (= von außen zugeführt) Cannabinoide können diese Rezeptoren innerhalb des körpereigenen Endocannabinoid-Systems aktivieren. Das ist dem Umstand zu verdanken, dass der menschliche Körper selber Cannabinoide (z. B. Anandamid) produziert. Endocannabinoide (= ihren Ursprung im Körper habend) sind natürliche, chemische Botenstoffe des Körpers und besitzen eine große strukturelle Ähnlichkeit mit den Exocannabinoiden.

Sowohl Endocannabinoide als auch ihre Gegenstücke, die exogenen Cannabinoide (wie THC oder CBD), aktivieren das Endocannabinoidsystem des Menschen. Letztere sogar stärker als endogene/körpereigene Cannabinoide. Das menschliche Endocannabinoid-System besteht hauptsächlich aus CB1- und CB2-Rezeptoren, die im Körper an Zellen des Nervensystems und des Immunsystems vorkommen. Neben diesen beiden wichtigsten Rezeptoren gibt aber noch verschiedene andere Cannabinoid-Rezeptoren. Die Rezeptoren nehmen Reize auf wandeln sie in Erregungen und lösen dadurch entsprechende Signalprozesse im Zellinneren aus. Cannabinoide sind die Schlüssel zu diesen Rezeptoren. Sie wirken entweder antagonistisch (hemmend) oder agonistisch (verstärkend).

Bei welchen Krankheiten kann CBD eingesetzt werden?

Die pharmakologischen Wirkungen von CBD basieren auf der Interaktion mit den Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Körper. Die schmerzstillende beruhigende, antipsychotisch und angstlösende Wirkung von CBD basiert sowohl auf der Interaktion mit dem auf Nervenzellen und im Kleinhirn sitzenden CB1 (Cannabinoidrezeptor 1) wie auch mit dem auf Zellen des Immunsystems sitzenden CB2 (Cannabinoidrezeptor 2). CBD unterdrückt das Schmerzempfinden bei chronischen wie auch bei akuten Nervenreizungen und beeinflusst Symptome wie Übelkeit, epileptische Anfälle, Spastiken (Multiple Sklerose) positiv.

Die beruhigende, antipsychotische und angstlösende Wirkung von CBD ist auf die Aktivierung des TRPV1-Rezeptors (Vanilloid-Rezeptor) zurückzuführen. Dieser wichtige Schmerzrezeptor hat eine große Bedeutung bei der Schmerzentstehung. Laut einer Studie ist die angstlösende und antidepressive Wirkung von CBD auch auf die agonistische (aktivierende) Interaktion mit dem sogenannten 5-HT1A-Rezeptor zurückzuführen. Dieser im zentralen Nervensystem sitzende Rezeptor spielt eine wichtige Rolle beim Serotonin-Stoffwechsel. Serotoninmangel verursacht Aggression, Depressionen sowie vermehrte Ängstlichkeit. CBD hat einen ausgleichenden Effekt auf diese Symptome.

CBD interagiert auch mit dem an der Alzheimerkrankheit beteiligten GPR3-Rezeptor sowie mit dem an der Parkinsonkrankheit beteiligten GPR6-Rezeptor als inverser Agonist, bzw. hemmt deren Aktivität. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten bei der Behandlung dieser Krankheiten. Die entzündungshemmende Wirkung von CBD wiederum basiert auf der Interaktion mit dem sogenannten GPR55-Rezeptor. Dieser sitzt im Gehirn und im Magen-Darm-Trakt des Menschen und spielt bei Entzündungen eine wichtige Rolle. CBD wirkt antagonistisch auf diesen Rezeptor, das heißt, es hemmt bzw. unterbindet die Signalweiterleitung des Rezeptors an Zellen.

Die appetitzügelnde Wirkung von CBD basiert auf der Aktivierung des in Pankreas- und Darmgeweben sitzenden GPR119-Rezeptors, was Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas (Fettleibigkeit) bietet. Als Ursache für verschiedene Hautkrankheiten wie Juckreiz, Psoriasis, Akne, Neurodermitis, Seborrhö und Hauttumore hat die Forschung eine Fehlfunktion des Endocannabinoid-Systems ausgemacht. Auch bei diesen Erkrankungen hilft CBD, indem es Juckreiz lindert und Entzündungsprozesse hemmt. CBD als Arzneimittel ist in Deutschland rezept- bzw. verschreibungspflichtig. Eine Therapie mit Cannabidiol kann der Arzt vor allem bei folgenden Erkrankungen verordnen:

  1. Epilepsien bei Kindern
  2. Tumorschmerzen
  3. Posttraumatische Belastungsstörungen
  4. Angststörungen
  5. Multiple Sklerose
  6. Bewegungsstörungen bei Morbus Parkinson
  7. Schizophrenie
  8. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Bei welchen Indikationen die Krankenkasse eine Therapie mit CBD übernimmt, ist leider gesetzlich nicht eindeutig geregelt und muss von Fall zu Fall erfragt werden.

In welchen Darreichungsformen wird CBD angeboten?

CBD-Öl ist von allen Darreichungsformen das am häufigsten eingenommene und beliebteste Cannabinoid-Produkt. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Darreichungsformen wie CBD Kapseln, CBD Kristalle, CBD E-Liquids und CBD Paste. Und letztlich wird CBD auch noch in der Kosmetik verwendet:

  • CBD-Öl: CBD Öl wird in Konzentrationen von 0,5 – 48 % angeboten. Die übliche Verpackungseinheit ist die Pipettenflasche mit 10 ml Inhalt. Ab einer Konzentration von 6 % ist laut den Angaben von Anwendern eine deutliche Wirkung spürbar. Ab einer Konzentration von 12 % sollte die Einnahme vorher mit dem Arzt abgesprochen werden. Die Einnahme von CBD Öl erfolgt über die Mundschleimhaut. Das ÖL wird dabei mit der Pipette tropfenweise unter die Zunge geträufelt. Damit die Wirkung schneller eintritt, sind die Tropfen für längere Zeit im Mund zu behalten und erst dann hinunterzuschlucken. Eine erste Wirkung tritt bereits nach 15-60 Minuten ein und hält etwa 4-6 Stunden an.
  • CBD Kapseln: CBD gibt es auf dem Markt als Hart- oder Weichkapseln. Die Wirkung setzt nicht so schnell ein wie beim Öl, da die Kapsel den Umweg über den Magen nehmen und sich erst in der Magensäure auflösen müssen, bevor der Wirkstoff in die Blutbahn gelangen kann. Die Kapseln sind aber geschmacksneutral und eignen sich daher hervorragend für Anwender, die den etwas unangenehmen Hanf-Geschmack des Öls nicht mögen. Die Verpackungseinheit besteht üblicherweise aus 30 oder 60 Kapseln.
  • CBD Kristalle: Kristalle sind die reinste aber auch teuerste Darreichungsform von CBD. CBD Kristalle sind 99,9 % reines CBD. Ein Gramm CBD-Kristalle enthält über 990 Milligramm CBD. Das macht eine Dosierung besonders einfach. Da es sich um ein Produkt von hoher Intensität handelt, sollte die Anfangsdosis 1 bis 10 mg nicht überschreiten und nur schrittweise erhöht werden. Im Unterschied zu CBD Öl, welches noch THC in geringen Spuren (der gesetzliche Grenzwert in Deutschland ist 0,2 %) enthält, sind CBD Kristalle völlig THC-frei. In dieser Form wird CBD therapeutisch nur bei besonders schweren Indikationen (z. B. schwere Krampfanfälle) und nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt. Die Kristalle werden üblicherweise mit einem Verdampfer inhaliert oder geschluckt.
  • CBD Liquids: Diese Darreichungsform ist zum Inhalieren mit einem Verdampfer oder einer E-Zigarette gedacht. Der CBD-haltige Dampf wird direkt eingeatmet. Über die in der Lunge befindlichen Lungenbläschen gelangt das Cannabidiol ohne Umwege in den Blutkreislauf. CBD Liquids gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Blaubeere, Erdbeere, Mango und Pfefferminze und Konzentrationen von 0,3 % – 10 %. Wobei zu unterscheiden ist zwischen dem Gesamtgehalt einer Handelseinheit (Flasche) und der Dosierung pro 100 ml. Beispiel: Ein 5 % CBD Liquid entspricht bei einer 10 ml Flasche demnach circa 500 mg. Erstkonsumenten wird empfohlen mit einer geringen Dosierung (30 mg/10 ml = 0,3 %) zu beginnen und diese langsam bis zur optimalen Dosis zu steigern.
  • CBD Paste: CBD-Pasten sind ausschließlich zum Auftragen auf die Haut. Sie enthalten eine höhere Wirkstoffkonzentration als Öl und werden verwendet, wenn das Öl keine Wirkung mehr zeigt. Pasten gibt es in Konzentrationen von 30, 40 und 50 Prozent. Das Produkt ist dickflüssiger als Öl, weshalb es mit speziellen Applikatoren aufgetragen wird. Diese erleichtern auch die Dosierung.
  • CBD Blüten: Dabei handelt es sich um die Knospen der Hanfpflanze. CBD Blüten werden üblicherweise inhaliert. Zuerst werden die Blüten zerkleinert und dann in einer Pfeife oder als CBD-Zigarette geraucht. Empfehlenswerter ist jedoch die Inhalation mit sogenannten Vaporizern. Beim Verdampfen werden keine Blütenbestandteile verbrannt, wodurch alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. CBD-Blüten können online oder in Shops gekauft werden, sofern der Käufer mindestens 18 Jahre alt ist. Da die Blüten ausschließlich von Nutzhanfpflanzen stammen, wird auch der in Deutschland vorgeschriebene gesetzliche Grenzwert von maximal 0,2 % THC-Gehalt nicht überschritten. Erwerb und Besitz solcher CBD Blüten ist legal.
  • CBD Kosmetik: Für kosmetische Zwecke gibt es zahlreiche Cremes, Salben, Lippenstifte und diverse andere Kosmetik-Produkte mit CBD-Gehalt. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind nur äußerlich anzuwenden, werden also auf die Haut aufgetragen. CBD-haltige Kosmetik Produkte können aber nicht nur zur Hautpflege, sondern auch zur Behandlung diverser Hautkrankheiten wie z. B. Akne, Ekzeme oder Schuppenflechte eingesetzt werden.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Darreichungsformen

Vorteile bzw. Nachteile von CBD-Öl

  • Einfache und genaue Dosierung
  • Schneller Wirkungseintritt
  • Gute Verfügbarkeit auf dem Markt
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Einziger Nachteil von CBD-Öl ist der etwas unangenehme Geschmack. Anwender die den Geschmack nicht mögen, können aber wie bereits gesagt, auf die geschmacksneutralen CBD Kapseln ausweichen.

Vorteile bzw. Nachteile von CBD Kapseln

  • Leichte Dosierbarkeit
  • Geschmacksneutral
  • Geringe Gefahr einer Überdosierung

Ein Nachteil ist der verzögerte Wirkungseintritt. Bei Kapseln kann es etwa 30-90 Minuten dauern, bis sich eine Wirkung zeigt; die Wirkungsdauer beträgt dann aber ca. 6-8 Stunden.

Vorteile bzw. Nachteile von CBD Kristallen

Das Produkt kann direkt, z. B. lingual eingenommen, vaporisiert oder weiterverarbeitet (z. B. zu Öl, e-Liquid oder Paste) werden. Die Wirkung ist wesentlich schneller und intensiver als bei anderen Darreichungsformen von CBD. CBD-Kristalle lassen sich hervorragend mit Kaffee, Tee, Saft oder Smoothies aber auch mit Joghurt mischen. In CBD Kristallen sind aber keinerlei andere Wirkstoffe der Hanfpflanze enthalten. Es kommt daher auch nicht zu dem oft gewollten Entourage-Effekt, damit ist das Zusammenwirken von CBD mit anderen Hanfinhaltsstoffen gemeint. Weitere Nachteile sind die geringe Marktverbreitung und die relativ hohen Kosten aufgrund der aufwendigen herstellungsweise.

Vorteile bzw. Nachteile von CBD E-Liquids

Solche CBD E-Liquids sind eine gute Alternative zu Tabakzigaretten und werden bei Rauchern, die mit dem Rauchen aufhören wollen oder auch Ex-Rauchern, zunehmend beliebter. Die Wirkung setzt unmittelbar ein. Nachteile sind, es wird zusätzliches technisches Equipment (z. B. ein geeignete Verdampfer) benötigt. Des Weiteren ist das in E-Liquids enthaltene CBD üblicherweise ein Isolat, und der Konsument muss, wie auch beim Konsum von CBD Kristallen, auf das das Vollspektrum von CBD verzichten.

Vorteile bzw. Nachteile von CBD Paste

  • Stärkere Wirkung als CBD Öl
  • einfache Anwendung
  • Vollspektrum-CBD

Ein Nachteil ist der etwas höhere Preis. Während die Preise von CBD Öl in der Regel zwischen 30 und 130 Euro liegen, fängt die Preisspanne bei Pasten erst bei 90 Euro aufwärts an und kann je nach Hersteller sogar bis 300 Euro gehen.

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen von CBD

Cannabidiol wird üblicherweise als Nahrungsergänzungsmittel oder zur unterstützenden Behandlung bestimmter Beschwerden und Erkrankungen eingenommen. Obwohl es sich um eine natürliche Substanz handelt, sollten aber mögliche Neben-, und Wechselwirkungen sowie Gegenanzeigen beachtet werden. Insbesondere dann, wenn die Einnahme auf Eigeninitiative, bzw. ohne Hinzuziehung eines Arztes erfolgt.

Gemäß einer Studie der WHO treten bei der Einnahme von CBD keine nennenswerten Nebenwirkungen auf. In manchen Fällen, besonders bei hohen Dosierungen, kann es zu Müdigkeitserscheinungen, Benommenheit oder Trockenheitsgefühl im Mund kommen. In seltenen Fällen wurde bei Parkinson-Patienten ein erhöhter Tremor (Zittern) beobachtet.

Bei folgenden Personen ist die Einnahme von CBD jedoch auf jeden Fall kontraindiziert. Aktuelle Studien weisen darauf hin, das CBD bei Glaukom-Patienten den Augeninnendruck anheben kann. Bis weitere Studien dieses Ergebnis entweder widerlegen oder endgültig bestätigen, sollten Glaukom-Patienten daher auf die Einnahme von CBD verzichten.

Des Weiteren existieren neue Forschungsergebnisse, die belegen, das CBD die Funktion der Plazenta negativ beeinflussen kann. Daher wird Schwangeren und Frauen in der Stillzeit empfohlen während dieser Zeit, auf die Einnahme von CBD zu verzichten.

Des Weiteren ist die Wirkung von CBD auch auf Kleinkinder noch nicht hinreichend genug erforscht. Aus diesem Grund wird ebenfalls empfohlen, auf CBD-Produkte bei Kindern bis zum 3. Lebensjahr zu verzichten.

Da CBD sowohl eine blutdrucksenkende als auch appetithemmende Wirkung haben kann, sollten Menschen mit niedrigem Blutdruck oder niedrigem BMI (BMI unter 19) ohne ärztliche Absprache Vorsicht walten lassen. Das gleiche gilt für Patienten die an einem Leberschaden leiden oder erhöhte Leberwerte haben. Tierstudien haben gezeigt, das CBD in hohen Dosierungen langfristig das Lebergewebe schädigen kann. Obwohl diese Wirkung an Menschen bisher nicht beobachtet wurde, ist Vorsicht angebracht. Auch Anwender ohne Beeinträchtigungen der Leber, sollten ihre Leberwerte mindestens 1x jährlich mittels Bluttest beim Hausarzt kontrollieren lassen. Bei einer Einnahme von CBD sind auch Wechselwirkungen mit anderen Substanzen (z. B. Medikamente) zu berücksichtigen. Bisher wurden Wechselwirkungen mit folgenden Medikamenten bestätigt:

  • Pantoprazol und Omneprazol (Säurehemmer)
  • Marcumar und Warfarin (Gerinnungshemmer)
  • Diclofenac (Schmerzmittel)
  • Risperidon, Haloperidol und Clobazam (Neuroleptika)

Vorsicht ist auch bei Patienten geboten, die Kalziumantagonisten bzw. Betablocker, (bei Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen), Antihistaminika (bei allergischen Erkrankungen), antiretrovirale Medikamente, Immunsuppressiva, Antidepressiva sowie bestimmte Statine (zur Senkung des Cholesterinspiegels) einnehmen. Dieser Personenkreis sollte ohne Rücksprache mit ihrem Arzt keine CBD-Produkte verwenden.

Ist CBD in Deutschland legal?

Generell gilt der Konsum von Cannabis (THC) in Deutschland rechtlich als straffreie Selbstschädigung und ist nicht verboten. Mit wenigen Ausnahmen verboten ist Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, Inverkehrbringen sowie Erwerb und Besitz von Cannabis. Deutsche Gerichte vertreten zwar die Auffassung das, Cannabis konsumiert werden kann, ohne es im gesetzlichen bzw. strafrechtlichen Sinne erworben zu haben. Doch Vorsicht, das ist kein Freibrief. Auch wenn der Konsum nicht ausdrücklich verboten ist, alles andere hingegen schon, müsste der Umkehrschluss lauten: Der Konsum von Cannabis ist zwangsläufig illegal, denn schon der Erwerb oder Besitz einer geringen Menge ist illegal. Es gibt zwar gewisse Toleranzgrenzen, bei der von einer Strafe abgesehen werden kann. So hat es das Bundesverfassungsgericht im berühmten Cannabis-Beschluss im Jahr 1994 entschieden. Doch die Toleranzgrenzen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Sie bewegen sich von üblichen sechs Gramm in den meisten Bundesländern bis hin zu 15 Gramm z. B. in Berlin. In einigen anderen europäischen Ländern wurde der Besitz und der Konsum Cannabis teilweise entkriminalisiert. Um einige zu nennen:

  1. Niederlande: Erwerb und Besitz von bis zu fünf Gramm ist straffrei
  2. Belgien: Erwerb und Besitz von bis zu drei Gramm ist straffrei
  3. Tschechien: der Besitz von bis zu 15 Gramm Cannabis wird nicht bestraft

Bezüglich einer Legalisierung von Cannabis gab es auch in Deutschland in den letzten Jahren einige Fortschritte. Im Mai 2011 in Deutschland wurde die 25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften im Bundesgesetzblatt verkündet. Soweit THC-haltiges, Cannabis für die Zubereitung von Arzneimitteln verwendet wird, sind cannabishaltige Fertigarzneimittel legal verschreibungsfähig. Darüber hinaus dürfen Ärzte seit dem 10. März 2017 in Deutschland ihren Patienten auch Cannabisblüten und Cannabisextrakte verschreiben. Für das nicht psychoaktive CBD gelten aber andere Regeln. Das nicht psychoaktive CBD ist unter folgendem Vorbehalt legal: Erzeugnisse aus Cannabis sind legal, sofern ihr THC-Gehalt weniger als 0,0005 % beträgt. Dieser vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vorgegebene Richtwert gilt für hanfhaltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Damit ist z. B. Hanf-Öl legal, solange dieser Richtwert eingehalten wird. Wenn CBD aus Nutzhanf gewonnen wird, gelten wiederum andere Richtwerte. Der Anbau von Nutzhanf ist Unternehmen der Landwirtschaft im Sinne des 1 Abs. 4 ALG erlaubt, sofern der Anbau ausschließlich mit zertifiziertem Saatgut von erlaubten Sorten erfolgt und eine Genehmigung zum Anbau besteht. Für Nutzhanf ist im deutschen Betäubungsmittelgesetz (BtmG) ein THC-Grenzwert von 0,2 % gesetzlich vorgeschrieben. CBD-Produkte aus Nutzhanf sind in Deutschland also legal, da die THC-Grenzwerte eingehalten werden.

Fazit: Im Ergebnis ihrer Studie kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem Schluss, dass CBD von Menschen gut vertragen wird und kein Risiko für die Volksgesundheit darstellt.